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Bandscheibenvorfall

1- Rückenmark 2- Hinterer Nervenwurzelanteil 3- Nervenwurzelganglion 4- Vorderer Nervenwurzelanteil 5- Spinalnerv 6- Faserring der Bandscheibe 7- Galertkern der Bandscheibe mit Bandscheibenvorfall 8- Wirbelkörper


Operative Behandlung Die Domäne der Behandlung des Bandscheibenvorfalles ist die konservative Therapie die in 90% der Fälle erfolgreich angewendet wird. Die verbleibenden 10% werden der operativen Therapie zugeführt. Im Folgenden wird versucht einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der operativen Versorgung darzulegen.

Mikrodiscektomie:
Mikroskopisch unterstützte Entfernung der Bandscheibenvorfalles über einen kleinen Hautschnitt am Rücken. „State of the art”
Vorteil: Erfolgsquote der Mikrodiscektomie zwischen 75 und 90% (Untersuchungen von Abramovitz 91, Barrios 90, Hedtmann 90, Kho 86, Puhl 94, u.a. ), Subjektive Beschwerdefreiheit in 80%.
Nachteil: Vollnarkose
Hautschnittlänge 2,5-4 cm. Reoperationen in 5-18%

Laserdiscektomie:
Perkutane Verdampfung von Bandscheibengewebe.
Vorteil: Örtliche Betäubung, strenge Indikationsstellung.
Nachteil: Unsichere Wirksamkeit ( lt. Untersuchung von Steffen 1999 in 35% gute Erfolge, andere Autoren berichten über bis zu 70% Erfolge)

Perkutane Nukleotomie:
Mechanische Zerkleinerung und Entfernung krankhaften Bandscheibengewebes.
Vorteil: Örtliche Betäubung
Nachteil: Lediglich 37% Erfolgsrate laut prosp. rand. Multicenterstudie von M. Revel 1993

Endoskopische transforaminale Sequsterektomie:
Perkutane Entfernung von Vorfallsanteilen mittels Endoskop über einen kleinen Zugang.
Vorteil: Hautschnitt 1cm
Nachteil: Technisch aufwendig, Erfolgsrate unter jener der Mikrodiscektomie, nur für kleinere Vorfälle ohne Dislokation gut geeignet. IDET ( Intradiscale Wärmeapplikation ): Perkutane Schrumpfung des brüchigen Bandscheibengewebes durch Hitzesonde. In bis zu 80% Wirksamkeit Vorwölbungen der Bandscheibe ( Protrusionen ). Ungeeignet bei freiem Prolaps ( Vorfall ) mit Nervenwurzelkompression.
Vorteil: Örtliche Betäubung
Nachteil: Wirksamkeit wird kontrovers diskutiert.

Nukleoplastie:
perkutane Schrumpfung des brüchigen Bandscheibengewebes durch elektrothermische Energie.
Vorteil: Örtliche Betäubung
Nachteil: Faserring muss intakt sein, nur bei Vorwölbungen in ca. 65% wirksam.

Chemonukleolyse:
Auflösen von Bandscheibenkerngewebe mittels Chymopapain, welches über eine Nadel eingebracht wird.
Vorteil: Örtliche Betäubung
Nachteil: Allergische Reaktionen möglich, Wirksamkeit in bis zu 60%, in bis zu 40% postoperativ langanhaltende starke Rückenschmerzen.

Ozonnukleolyse:
Schrumpfung von Bandscheibengewebe durch Ozonapplikation mittels Sonde.
Vorteil: Örtliche Betäubung
Nachteil: Zufriedenstellende Ergebnisse in ca. 50%

Röntgen ( oder CT ) kontrollierte Infiltrationstechniken:
Kontrollierte medikamentöse Lokaltherapie der gereizten Nervenwurzeln.
Vorteil: Sehr einfach, kaum belastend für den Patienten. Oftmals alternativ zur klassischen operativen Therapie.

Racz-Katheter- Technik:
Positionierung eines Katheters im Wirbelkanal um Medikamente zu verabreichen.

Bandscheibenersatz mittels Prothese & Stabilisierungsoperation